Klaus Bartram

Unternehmensberater

Interne Unternehmenskommunikation

Zur Mitarbeitermotivation gehört auch eine funktionierende interne Kommunikation.

Interne Unternehmenskommunikation Die Funktionsfähigkeit eines Unternehmens ist in nicht unbedeutendem Maße von der Innenkommunikation abhängig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können langfristig nur dann wirkungsvoll zusammenarbeiten, wenn man intern gerne und zielorientiert miteinander kommuniziert, sich über Wichtiges auf dem Laufenden hält, die Organisationsstrukturen stützt anstatt sie zu unterlaufen, Probleme und Konflikte offen ausspricht anstatt Gerüchte zu verbreiten. Eine gut funktionierende Innenkommunikation erfordert sicherlich von allen Beteiligten ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Respekt und Willen zu partnerschaftlichen Umgangsformen, aber sie ist letztlich unverzichtbar für ein Unternehmen.

Die interne Unternehmenskommunikation umfasst die Fragen welche Informationen, wie, an wen, wann, wie oft, mit welcher Systematik und welchem Tenor übermittelt werden. In vielen Fällen werden diese Fragen in einem Unternehmen uneinheitlich oder überhaupt nicht geklärt. Entweder weil dies für zu zeitaufwendig empfunden wird und andere Dinge Vorrang zu haben scheinen, oder weil das Problembewusstsein zu diesem Thema fehlt und man sich über die möglichen - oft sehr weitreichenden - Konsequenzen nicht im Klaren ist. Mögliche Folgen nicht abgestimmter interner Kommunikation können sein: Doppelbearbeitung von Aufgaben, sich verschleppende Prozesse und zu spät gefällte Entscheidungen, der Verzicht auf bessere Problemlösungen, widersprüchliche Außenkommunikation und damit auch das Risiko einer fehlerhaften Kundenbetreuung, der Verzicht auf Arbeitsersparnis und effiziente Kommunikation.

Besonders fatale Folgen mangelhafter interner Kommunikation liegen im Bereich der Verantwortungsbereitschaft und Motivation der Mitarbeiter. Zur Mitarbeitermotivation gehört vor allem auch die interne Kommunikation. Die Mitarbeiter sollten nicht nur über ihre eigenen Aktivitäten informieren (müssen), sondern auch über die der Kollegen auf dem Laufenden sein und möglichst viel Hintergrundinformatinen über den Betrieb haben. Frühzeitige Insider-Informationen über Mailings und andere Aktivitäten, zum Beispiel am Schwarzen Brett, verbessern die Zusammenarbeit. Mitarbeiter, die nur Teilkenntnisse haben, denen aber Informationen über den Gesamtzusammenhang fehlen, können keine optimale Leistung bringen.

Die Ursachen für Mängel interner Kommunikation können im Bereich persönlicher Beziehungen liegen. Beispielsweise durch gespannte Beziehungen zwischen Mitgliedern innerhalb einer Abteilung oder zwischen Abteilungen und Unternehmensbereichen, die zur Reduktion der Kommunikation führen oder sogar zum vollkommenen Unterlassen dieser. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Managementfehler. In der Betriebsstruktur fehlen Regeln zur Weiterleitung grundlegender Informationen und zur unternehmensinternen Absprache wichtiger Entscheidungen.

Eine effektive Mitarbeiterführung bedeutet: Mitarbeiter stellen dem Unternehmen ihr Know-how zur Verfügung, Manager koordinieren und führen über Zielvorgaben und Visionen. Dies setzt intensive Kommunikation voraus. Das System von Anweisung und Gehorsam greift in den heutigen Gesellschaft nicht mehr. Selbstständige und selbstbewusste Mitarbeiter müssen überzeugt und begeistert werden für Aufgaben, Werte und Ziele des Unternehmens. Und das kann letztlich nur durch eine offensive interne Informationspolitik durch die Unternehmensführung erreicht werden.

Mitarbeiterzufriedenheit

Nur 16 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind engagiert am Arbeitsplatz.

Mitarbeiterzufriedenheit Fünf von sechs Arbeitnehmern (84 Prozent) in Deutschland sind in ihren Betrieben ohne Engagement. Sie verspüren keine echte Verpflichtung ihrer Arbeit gegenüber, wobei 15 Prozent von ihnen "aktiv unengagiert" sind. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Gallup-Institutes in Wiesbaden. Für diese Untersuchung wurden im Rahmen der Mitarbeiterengagement-Beratungstätigkeit weltweit mehr als 1,4 Millionen Arbeitnehmer in über 100.000 Abteilungen oder Arbeitseinheiten befragt.

Aufgrund unengagierter Mitarbeiter kommt es zu hohen Fehlzeiten und niedriger Produktivität. Der wichtigste Grund für das fehlende Engagement derart vieler Mitarbeiter sei schlechtes Management. Viele Arbeitnehmer äußerten nicht zu wissen, was von ihnen erwartet wird, dass ihre Vorgesetzten sich nicht für sie als Menschen interessieren, dass sie eine Position ausfüllen, die ihnen nicht liegt, und dass ihre Meinungen und Ansichten kaum Gewicht haben. Häufig werden Arbeitnehmer immer unengagierter, je länger sie bei ihren Unternehmen bleiben. So verliert das menschliche Kapital - welches eigentlich durch Weiterbildung und Entwicklung wachsen sollte - zu oft an Wert, da Manager und Unternehmen es versäumen, aus dieser Investition Kapital zu schlagen.

Der Grad des Engagements liegt in Deutschland deutlich niedriger als in den USA. Dort sind 30 Prozent der Arbeitnehmer engagiert - immerhin 14 Prozentpunkte mehr. Dieser Unterschied bedeutet für die USA sicherlich einen starken Wettbewerbsvorteil gegenüber der Bundesrepublik.

Tipp: Falls Sie nun in ihrem Unternehmen im Rahmen eines Selbstversuchs den Sechsten oder die Sechste durch Abzählen herausfinden wollen, so sei darauf hingewiesen, dass es von entscheidender Bedeutung ist, bei wem man zu zählen beginnt. Dies haben erste Versuche im eigenen Haus ergeben.